Die Wege des Lebens sind vielfältig und voneinander verschieden. Manchmal kommt es nur darauf an, welchen Richtung oder Abzweigung genommen wird, doch das Ziel bleibt unbekannt,  selbst wenn man es irgendwie kennt. Es bleibt unbekannt deshalb, weil die Idee des Ziels im Unbewussten steckt und der Wanderer zumeist den Weg wählt, den Andere vor ihm gegangen sind und von dem er nun annimmt, dass dies auch der seine ist. Das heisst konkret, der Weg wird vorgelebt, sozusagen durch äussere Faktoren bestimmt, an dem die innere Wahrnehmung nur insoweit beteiligt ist, indem sie das im Aussen stattfindende Leben nach innen gewandt nachvollzieht. Das bedeutet, dieser fremdbestimmte Weg wird für die eigene innere Bestimmung gehalten. Daraus entsteht ein insich gegenläufiges Muster an fremden Wahrnehmungen, welche den eigenen, im Selbst ruhenden Willen als störend empfindet und diesen immer wieder zugunsten äusserer Bedingungen ins Abseits drängt. Dieses unerkannte Selbst tritt aber dennoch zuweilen immer mal auf höchst unerwünschte Weise hervor, das bringt Aufregung und Unruhe mitsich, was ebenfalls nicht genehm ist. Der bisherige Weg wird nocheinmal überdacht und für richtig befunden, der innere Wille wird als Täuschung in die dunkelste Ecke der Seele verschoben und kommt auf diese Weise wahrscheinlich nie mehr zu seinem ursprünglichen Ausdruck. Die vollständige Individuation hat so, zumindest für dieses Leben dann nicht geklappt.

Das sind typische Lebensmuster, welche sich in der Rückläufigkeit von Planeten im Horoskop ausdrücken. Karma ist hierbei nicht als Schuld zu verstehen, sondern als Abhängigkeit von Konditionierungen und Glaubenssätzen, die oft über Generationen an die Nachkommen weitergegeben werden und dort zumeist nur Schaden anrichteten. Es geht dabei aber vielmehr darum, endlich eine eigene Erkenntnis zu erwerben und für diese dann auch zu kämpfen und einzustehen.

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